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FACHKRÄFTEPROGNOSE 2025

IHK Fachkräftemonitor 2025 für Baden-Württemberg und Bodensee-Oberschwaben

1. Prognosewerte für Bodensee-Oberschwaben
2. Region besonders betroffen
3. Unternehmen sehen wirtschaftliches Risiko
4. Politik ist gefragt

1. Prognosewerte für Bodensee-Oberschwaben

Der Fachkräftemonitor kommt zu dem Ergebnis, dass zwischen 2011 und 2025 jährlich im Durchschnitt rund 8600 Fachleute in der Region Bodensee-Oberschwaben fehlen werden, um die Nachfrage der Betriebe zu decken: Etwa 1.100 akademische und gut 7.500 nichtakademische Fachkräfte.

Ab dem Jahr 2020 wird die demografisch bedingte Schrumpfung des Fachkräfteangebots spürbar werden. Bis 2025 wird es sich um rund 2,5 Prozent verringern. Ohne die Erhöhung des Renteneintrittsalters durch die Rente mit 67 droht ein Rückgang des Angebots um bis zu 19.000 Fachkräfte (9,5 Prozent).

2. Region besonders betroffen

Nicht nur High-Potentials werden zunehmend knapper. Auch das Angebot an nichtakademisch ausgebildeten Fachkräften wird merklich hinter der Nachfrage zurückbleiben. Der relative Mangel an nichtakademischen Fachkräften mit hoher Qualifikation, wie Meister und Fachwirte, wird zum Teil sogar noch höher ausfallen als bei den Akademikern. In der Region Bodensee-Oberschwaben erreicht die Quote über alle Berufe hinweg im Jahr 2014 den Spitzenwert von 8,8 Prozent. Bei der Nachfrage nach Akademikern beträgt die Lücke 19 Prozent. Anders ausgedrückt heißt das, dass jede fünfte offene Stelle, für die Akademiker gesucht werden, in Unternehmen unbesetzt bleiben wird. Für Bodensee-Oberschwaben zeigt sich damit eine überdurchschnittliche Fachkräfteproblematik, denn die Lücke liegt über Landesdurchschnitt, sogar an zweithöchster Stelle in Baden-Württemberg.

Zwar wird vor allem die Fachkräftenachfrage auch künftig in erheblichem Ausmaß mit dem konjunkturellen Auf und Ab schwanken. Selbst in den wirtschaftlichen Schwächephasen wird es jedoch nicht mehr wie in der Vergangenheit zu Fachkräfteüberschüssen kommen. Allenfalls ein kurzfristiger Ausgleich von Angebot und Nachfrage ist in Abschwungzeiten absehbar.

3. Unternehmen sehen wirtschaftliches Risiko

Den Unternehmen ist die bevorstehende Fachkräfteverknappung sehr bewusst. Sie erwarten neben einem verschärften Fachkräftemangel vor allem eine starke Alterung ihrer Belegschaften und einen erhöhten Weiterbildungsbedarf. Aktuell sehen 41 Prozent der Unternehmen in der Region den Fachkräftemangel als Risiko für ihre eigene wirtschaftliche Entwicklung.

Schon in den kommenden Jahren werden die Betriebe händeringend nach Lehrlingen suchen. Bis 2020 geht die Zahl der Schüler in Baden-Württemberg um ein Fünftel zurück. Im Anschluss daran schlägt die demographische Entwicklung merklich auf das Angebot an Fachkräften durch.

Sie versuchen vor allem durch mehr Aus- und Weiterbildung, durch die (längere) Beschäftigung Älterer sowie durch die Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie den drohenden Engpässen zu begegnen. Auch die Suche nach Fachkräften im Ausland wird in Angriff genommen.

4. Politik ist gefragt

Die Politik ist somit gefordert, die Betriebe auf diesem Weg aktiv zu begleiten, indem sie die Rahmenbedingungen für die Erschließung zusätzlicher Fachkräftepotenziale rasch verbessert. Dazu zählen die Verbesserung der schulischen Bildung, ein bedarfsgerechter Ausbau universitärer Kapazitäten, die Erhöhung des tatsächlichen Renteneintrittsalters, der bedarfsgerechte flexible Ausbau der Kinderbetreuungsmöglichkeiten und nicht zuletzt auch der Wechsel in der Einwanderungspolitik hin zu einer Willkommenskultur für ausländische Fachkräfte.

Geschieht hingegen nicht genug, so wird der heimischen Wirtschaft nichts anderes übrig bleiben, als einen größeren Teil ihrer Aktivitäten in Länder mit ausreichendem Fachkräfteangebot zu verlagern oder im internationalen Wettbewerb kürzer zu treten. Ein weiteres Wachstum unseres Wohlstandes wird so kaum realisierbar.

Die Webanwendung IHK-Fachkräftemonitor zur Analyse von Fachkräfteangebot und -nachfrage in Baden-Württemberg, sowie in den Regionen und Branchen bis zum Jahr 2025 bietet:

  • Jugendlichen eine Orientierung bei der Berufswahl und Karriereplanung,
  • Unternehmen Hinweise darüber, mit welchen Entwicklungen sie rechnen müssen,
  • Bildungsanbietern Unterstützung bei ihrer Angebotsplanung sowie
  • der Politik eine Basis für die Planung der Bildungsinfrastruktur.

DOKUMENT-NR. 45113

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